Dimoco Abo

jupp11

Sehr aktiv
Richtig. Und weil dann an dieser Stelle immer der Einwand kommt, es gebe da ja doch ach so viele seriöse Fälle des "mobilen Bezahlens" mit Handy-Pay etc.:
Trotz intensivem Suchens ist mir bisher nur ein seriöser Bezahldienst bekannt.
https://www.verbraucherzentrale.de/...-und-tabletbesitzer-koennen-sperre-einrichten
Doch Obacht! Wer eine vollständige Sperre verlangt, kann auch keine nützlichen Dienste mehr, wie die mobile Buchung von Fahrkarten, per WAP-Billing bezahlen.
In meinem Umfeld kenne ich nur sehr wenige Bekannte, die diesen Weg der Ticketbuchung nutzen. Diese Personen sind allerdings auch über die Wege der Begrenzung auf genau diese Möglichkeit informiert.
Wer nicht gänzlich auf WAP-Dienste verzichten möchte, sollte sich daher bei seinem Mobilfunkanbieter informieren, ob eine Teilsperrung eingerichtet werden kann, die nur bestimmte Leistungen wie Abos, Erotikdienste oder bestimmte Drittanbieter betrifft.
Was für Abos das sein sollen, ist mir bisher nicht bekannt. "Erotikdienste" auf Smartphones dürfte wohl nur für Freaks in Frage kommen....
 

dvill

Aktiv
Da wurde dagegen argumentiert mit Aussagen wie "Damit würden sich die betreffenden Kunden von Anwendungen wie Handy Payment ausschließen".
Neben den Verwirrspielen zwischen Mobilfunkunternehmen, "technischen Dienstleistern" und virtuellen Anbietern von was auch immer hinter illustren Briefkastenbehausungen in aller Welt gehört eine rustikale Verarschung der Kundschaft zum Erfolgskonzept.

Aus "Premium Beschiss mit Minderwertdiensten" wird mal schnell "Premium Dienst" geschrieben und schon sieht es viel hübscher aus.

Es geht genau nicht um "Handy Payment". Bei echtem Handy Payment dürften die Transaktionskosten pro Zahlungsvorgang nur sehr gering sein.

Mehr als 30% Anteil für die Mobilfunkunternehmen von den erlangten Gebühren durch WAP-Überfälle lassen sich nicht als Transaktionsgebühren rechtfertigen. Da bleibt für ein werthaltiges Produkt nichts mehr übrig. Der "technische Dienstleister" muss auch noch hinlangen können.

Alle sind Partner in einem nur gemeinsam zu vollziehenden Fischzug und erwarten eine angemessene Beteiligung am gemeinsamen Erfolg.

Die App-Stores zeigen, wie es gehen kann. Handys gibt es weltweit. Also können Apps auch weltweit gekauft werden. Man kauft Guthabenkarten und bezahlt davon Kleinbeträge im App-Store. Fertig.

Beschiss über die Telefonabrechnung im Abzockparadies Germany braucht kein Mensch.
 

Reducal

Forenveteran
Der "technische Dienstleister" muss auch noch hinlangen können.
Dem bleiben noch 70% (am Beispiel net-m) Die werben ja sogar damit, dass die Anbieter ihr System nutzen und auf einer Art Provisionsbasis ihren Rotz in das System einbuchen können. Der Anbieter bekommt wahrscheinlich noch viel weniger, als wir vermuten. Wenn der aber ohnehin mit dem "technischen Dienstleister" eine Abrechnungsunion ist (weil eigentlich der selbe Laden, nur mit anderem Namen) dann bleibts inoffiziell bei den 70%.
 

Antiscammer

Sehr aktiv
Die Abzockerei ist es ja auch letztlich, die zu einem erheblichen Vertrauensverlust führt, wodurch dann insgesamt die mobilen Bezahlmethoden (auch die nicht WAP-basierten) diskreditiert werden. Das kann dazu führen, dass sich die neuen Methoden dann am Markt nicht mehr durchsetzen.

So etwas ist ja im Internetbereich bereits mit den IP-basierten Bezahlsystemen passiert. Während der Zeit der Hochblüte der Dialerbetrügereien gab es Versuche, seriöse Bezahlsysteme am Markt zu platzieren. Die massive und damals weit verbreitete Behumserei mit den Dialern hat dann dazu geführt, dass die Verbraucher solchen Dingen dann einfach nicht mehr getraut haben. Das waren dann von Anfang an Totgeburten, und jetzt ist der Zug abgefahren. Da wird in absehbarer Zeit wohl nichts mehr passieren.

Dabei hätte ein IP-basiertes Payment durchaus ein erhebliches Potenzial. Nur ein mögliches Szenario: man bezahlt IP-basiert für das Lesen eines einzelnen Fachartikels z.B. 2 Euro, und muss dann nicht die Zeitschrift kaufen oder abonnieren. Aber die Horror-Szenarien, die ja durchaus einen realen Hintergrund haben, schrecken die Leute ab: ein kleines Trojanerchen, das von selbst den "Bestellen"-Button auf der Seite klickt, anschließend deinstalliert sich das Trojanerchen selbsttätig und löscht auch den Registry-Eintrag... das gab es ja bei den Dialern alles schon.

Daher trauen die Leute dem Braten nicht, und so wird es dann über kurz oder lang auch mit den mobilen Handy-Bezahlsystemen enden (auch mit den nicht WAP-basierten), wenn die Handy-Abzocke noch weiter zunimmt.

So ist das eben. Es wird immer versucht, neue Bezahlmethoden zu etablieren - aber an den Verbraucherschutz vor Abzocke denkt dabei niemand. Die Leute werden einfach mit den negativen Folgen im Regen stehen gelassen. Denn man darf ja den "freien Markt" nicht "überregulieren und gängeln" etc. Und dann kommt das Geheule, wenn das Zeug dann von den Kunden generell nicht mehr akzeptiert wird.
 

Antiscammer

Sehr aktiv
Trotz intensivem Suchens ist mir bisher nur ein seriöser Bezahldienst bekannt.

Immer wieder wird zur angeblichen Unterfütterung der angeblichen Sinnhaftigkeit des WAP-Billings das mobile Bezahlen im ÖPNV ins Feld geführt.

Dabei funktionieren diese Systeme i.d.R. eben gerade nicht mit WAP-Billing. Sondern man muss sich gesondert beim Verkehrsunternehmen registrieren, die Verrechnung erfolgt über gesonderte Zahlungsdienstleister (DVB LogPay u.a.). Hierbei wird per Lastschrift vom Bankkonto eingezogen, die Zahlung erfolgt eben nicht über den Telefonprovider und hat mit WAP-Billing oder "Mehr"wertdiensten nicht das geringste zu tun. Man kann also eine Drittanbietersperre auf dem Handy haben und trotzdem über das Handy die Fahrkarte kaufen.

Ich fahre jeden Tag mit S-Bahn und Bus, und beim Einstieg in den Bus muss man einen Fahrausweis oder eben den Fahrschein auf dem Handy vorzeigen. Ich sehe es aber nur ganz selten, dass jemand sein Handy und nicht eine Papierkarte vorzeigt. Man sieht also schon, dass sich das Zeugs sehr zögerlich durchsetzt, wenn überhaupt.

Die TK-Provider lügen wie gedruckt, wenn sie gegenüber den Endkunden behaupten, man könne da unter Umständen etwas verpassen, wenn man Drittanbieter sperrt. Der durchschnittliche TK-Kunde verpasst hierbei nicht das geringste, und selbst absolut notgeile Zeitgenossen, die auch noch auf dem Smartphone für unterwegs irgendwelche Ferkelfilmchen zwingend vorrätig haben müssen, können sich problemlos aus drölfzig Millionen Quellen kostenlos eindecken - gigabyteweise, ohne jedes WAP/WUPP/SCHWUPP/Humba/Wumba/Jamba/Täterä/Premium-"Abo".

Es will mir schlichtweg kein wirklich für den Durchschnittsverbraucher werthaltiger Service einfallen, der zwingend über WAP-Billing bezahlt werden müsste, und wo es nicht anders (und sicherer!) ginge. Den Unsinn braucht schlichtweg niemand, und es gibt für die TK-Provider abgesehen von der eigenen Geldgier nicht den geringsten triftigen Grund, den eigenen Kunden zu derem Lasten diesen Mist durch die kalte Küche aufzuzwingen.
 

dvill

Aktiv
Der Eindruck des eiskalten Ausnutzens der Grauzonen lobbygestützter Gesetzgebung verstärkt sich durch den Umstand, dass WAP-Überfälle durchwegs zu angeblichen Abos, also Dauerschuldverträgen, führen.

Objektiv ist das Quatsch, weil ja durch die einfache Abwicklung der Abrechnung der Handyschnickschnack sehr genau nach der tatsächlichen Nutzung einzeln bezahlt werden könnte.

Gerade die fortlaufenden Abos machen vielen Betroffenen große gewollte Schwierigkeiten. Sie wissen nicht, wie sie zu dem Abo gekommen sind und welche "Leistung" sie angeblich auf Dauer erworben haben.

Die Mitteilungen zum angeblichen Anbieter sind bewusst unvollständig. Die Kündigung oder besser ein Widerruf sind nur mit viel Energie und Suchaufwand in die Wege zu leiten. Es ist eine Sauerei, dass die Beendigung von Abos nicht auf dem gleichen Wege wie der angebliche Abschluss erfolgen kann.

Ein Telefonkunde bekommt keinen Vertrag, wenn nicht eine kleinliche Bonitätsprüfung positiv verläuft. Die nicht nachvollziehbaren Briefkastenfirmen in aller Welt, die als angebliche Anbieter auftreten, würden nicht einmal selbst einen Telefonvertrag bei den börsennotierten Mobilfunkunternehmen bekommen.

Wie können diese als Vertragspartner auf den Anbieterseite auftauchen? Das ist unfassbar.

Ich kann mir nur vorstellen, dass hinter diesen illustren Briefkastenanschriften bekannte Akteure für "Kontinuität" und ausreichende Umsatzerwartungen sorgen und die ausländischen Briefkastenanschriften vor allem den Zweck haben, deutschen Verbrauchern gesetzliche Rechte zu verwehren.

Die Verbraucherzentralen können nichts machen und das Widerrufsrecht läuft weitgehend ins Leere. Es gibt keine ladungsfähige Anschrift im Inland und Rückforderungen sind sinnlos.

Die Firmenhüllen werden auf Vorrat bereitgehalten, ausgeschlachtet und weggeworfen. Deutsche Telefonkunden sind diesem Treiben weitgehend machtlos ausgeliefert.
 

dvill

Aktiv
http://www.shz.de/nachrichten/deuts...ger-abo-abzocke-aus-dem-nichts-id7933001.html
„Die Abo-Firmen sind meist in Ländern ansässig, mit denen kein Rechtshilfeabkommen besteht und ändern bei Schwierigkeiten mit dem Gesetz zudem einfach ihre Namen. So können sie die gesetzlichen Regelungen leicht aushebeln und sich tarnen“
Nur dann wird es ein Geschäft ...
Auch der Bundesnetzagentur sind Fallkonstellationen bekannt, bei denen dubiose Vertragsschlüsse nicht rekonstruiert werden können. Die Fälle fielen jedoch im Vergleich zu anderen Betrugsformen wie bei Apps vergleichsweise harmlos ins Gewicht.
Dann ist ja alles gut ...
 

Reducal

Forenveteran
shz.de schrieb:
Auch der Bundesnetzagentur sind Fallkonstellationen bekannt, bei denen dubiose Vertragsschlüsse nicht rekonstruiert werden können. Die Fälle fielen jedoch im Vergleich zu anderen Betrugsformen wie bei Apps vergleichsweise harmlos ins Gewicht.

....es gibt viel zu wenig Beschwerden, zu geringe Beteiligung bei der Aufklärung durch die Mobilfunkprovider als Mitverdiener und eine viel zu große Dunkelziffer derer Buchungen, die schlichtweg bei den Verbrauchern unerkannt durchflutschen.

An die BNetzA wendet sich wegen strittiger Drittanbieterbuchungen ohnehin kaum mehr noch jemand, da diese Behörde sich für solche Buchungen (weil nicht TK) immer für nicht zuständig erklärt. Man beobachtet von Bonn aus also nur schwammig am Rande der Phänomene und kann sich dort somit also eigentlich gar kein konkretes Urteil erlauben.
 

dvill

Aktiv
... da diese Behörde sich für solche Buchungen (weil nicht TK) immer für nicht zuständig erklärt.
Wie auch? Die Internettechnologien richten sich nicht nach dieser Behörde.

Der wesentliche Punkt ist: "nicht TK".

So einfach ist das. Das gesamte TKG erwähnt das Internet nicht. Es befindet sich außerhalb der Regelungen, die das Gesetz trifft.

Insofern ist es absurd, wenn man aus der Steinzeit der Telekommunikation (WAP-Abrechnungen aus der Vor-Internetzeit) stammende Abrechnungsmodelle über wackelige Brücken ins Internetzeitalter hievt, nur weil es technisch geht.

Es ist auch nicht notwendig. Im Regelungsbereich des TKG gibt es genügend regulierte Techniken, zusätzliche Gebühren vom Handy aus abzurechnen.

WAP-Überfälle stellen genau genommen unzulässige Umgehungstatbestände dar, wenn die per Gesetz vorgesehenen Rufnummern (0900 usw.) nicht verwendet werden.
 

Nicko1998

Sehr aktiv
Mir fällt seit Jahren immer und immer wieder auf: Dimoco, Dimoco und immer wieder Dimoco! Warum ziehen Mobilfunkbetreiber bzw. -provider für diese Firma noch Gelder ein? Sollen die doch die Leute anmahnen, wenn sie meinen, dass rechtlich alles in Ordnung ist. Aber das ist Deutschland! Bis da etwas passiert, gehen Jahre ins Land. Dabei ist der vormalige Chef der Verbraucherzentrale - Bundesverband - jetzt ja Staatssekretär beim Justizministerdarsteller, dem aufgestellten Mauseknoddel aus dem Saarland. Und ich dachte mal, schlimmer als bei der Justizzypresse ginge es nimmer! Hab mich halt mal wieder getäuscht!
 

Teleton

Sehr aktiv
Man muss sich da mal die durchschnittlichen Renditen der Netzbetreiber an einem einzelnen Vertrag ansehen. Allein um den Kunden anzuwerben werden ja containerweise die neusten 600,- Euro Smartphones unter das Volk gejubelt. Da lässt sich aufgrund der Flatrates in der Regel dann nicht viel Gewinn pro Monat machen. Nur weil es Millionen Kunden sind läppert es sich und natürlich weil Millionen Kunden die Kündigung nach 2 Jahren vergessen und keine neue Subvention erhalten.
Angeblich machen Mobilfunker erst im dritten Jahr richtige Gewinne.

1/3 Beuteanteil bei einem 9,99 Monats-Abo dürfte mehr sein als der restliche durchschnittliche monatliche Gewinn an Vertrag und Gesprächen.
 

Antiscammer

Sehr aktiv
Aber jeder BWL-er weiß oder sollte zumindest wissen, dass es mehrfach so teuer ist, einen verlorenen Stammkunden wiederzugewinnen bzw. einen Neukunden zu gewinnen, als einen zufriedenen Stammkunden zu halten. Die Schlipsträger machen die Rechnung nicht auf dahingehend, wie viele Stammkunden sie mit der Abzocke vergraulen. Nur wegen 30 Prozent von 9,99.
 

Teleton

Sehr aktiv
Nur wegen 30 Prozent von 9,99 über viele Monate. Ich kenne zahlreiche Fälle in denen das monate/jahrelang nicht aufgefallen ist

Der weit überwiegende Teil der Kunden wird zudem das Märchen "Wir sind gesetzlich gezwungen das einzuziehen und stehen eigentlich Schulter an Schulter mit Dir gegen die Drittanbieter" glauben.
 
Zuletzt bearbeitet:

Antiscammer

Sehr aktiv
Ja, denn selbst auf den provider-eigenen Forenwebseiten wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Es wird alles getan, um die rechtsunkundigen Leute hinzuhalten und in die Irre zu führen.

Immerhin scheint jedoch die Telekom reagiert zu haben:

http://www.inside-handy.de/magazin/35865-abo-abzocke-handy
Speziell bei Erotik-Abos habe man den Bestellprozess geändert: Diese können eigenen Aussagen zufolge nur noch über ein Telekom-Infrastrukturelement realisiert werden. Der Kunde werde auf die hauseigene Infrastruktur umgeleitet und muss dort die Buchung eines Abos mit den Button "Zahlungspflichtig bestellen" bestätigen. Nur dann sei die Abrechnung über die Mobilfunkrechnung der Telekom möglich. Ein versehentliches Bestellen eines Abos, etwa durch Klicken eines Werbebanners, soll dadurch verhindert werden.

Das deckt sich mit meiner Beobachtung, dass es seit ca. Ende 2014 keine DIMOCO-Neumeldungen von betroffenen Telekom-Kunden mehr zu geben scheint. Das was jetzt bezüglich DIMOCO aufpoppt, ist fast immer Vodafone/ePlus-Base/O2/Mobilcom Debitel.
 

dvill

Aktiv
Das kommt mir doch sehr bekannt vor:

http://www.ripoffreport.com/r/dimoc...y-locations-serves-as-the-interface-f-1267823
The cell carriers claim that DIMOCO has the money from the mobile company, and that the consumer can only receive a refund from DIMOCO. DIMOCO, if contacted, will stand by the fraudulent charges, and tell the consumer to get in touch with the company that received the payment through DIMOCO. How to get in touch with THAT company? DIMOCO won't tell you, because they respect the privacy of their clients.
 

jupp11

Sehr aktiv
Audiobeitrag im WDR4
http://www.ardmediathek.de/radio/WD...-Podcast?documentId=31783650&bcastId=19362114
Abofallen - Mobilfunkkunden vor Abzocke schützen | WDR 4 Zur Sache (20.11.2015)
20.11.2015 | 02:46 Min. | Quelle: WDR

Von Katja Schwiglewski. Nicht nur Verbraucherschützern sind unseriöse Drittanbieter im Mobilfunkgeschäft ein Dorn im Auge. Auch der Verband der Internetwirtschaft warnt vor Abzocke und Betrug per Smartphone. Aktuelles Beispiel: animierte Smileys im Abo, für zwölf Euro im Monat. Das Geld wird abgebucht, die digitalen Bildchen gibt es aber noch nicht einmal. © WDR 2015
 
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