Heise (c't), BSI, Spamhaus.org und Antispam e.V. kritisieren DENIC und NIC.at als zu lax

Antiscammer

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Spamhaus.org, die renommierte britische Anti-Spam-Plattform, kritisiert die deutsche "DENIC" und die österreichische "NIC.at" wegen zu großer Toleranz gegenüber kriminellen Domains für Botnetze und Phishing. Seit einiger Zeit gebe es eine auffällige Häufung solcher Domains im ".de"- und ".at"-Raum. Heise online berichtet hierüber, auch über die gleichlautende Kritik seitens des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Boom-bei-deutschen-Bot-Netz-und-Phishing-Domains-2786836.html

Die Kritik an DENIC und NIC.at wird ebenfalls vom Verein Antispam e.V. geteilt.
http://www.antispam-ev.de/news/inde...hes-Biotop-und-sie-finden-es-richtig-so..html

Die Geschäftsführer von DENIC und NIC.at geben sich jedoch völlig unbeeindruckt und wiegeln ab.

Man wolle "keine Zensurgelüste wecken", man möge "keine Schnellschüsse", man wolle nicht "unbeteiligte Domainbesitzer aus dem Netz kicken".

Diese Einlassungen erscheinen völlig absurd. Es ist offenkundig, dass DENIC und NIC.at der Öffentlichkeit demonstrieren, dass diese ohnehin keine Handhabe gegen diese laissez-faire-Praktik habe. Man fühlt sich offenbar auf des Daches Zinnen und unangreifbar.

Solange, bis DENIC oder NIC.at einmal wegen einer Mitstörerhaftung rechtlich in Anspruch genommen werden. Die Tatsache, dass das bisher offenbar nie versucht wurde, bedeutet noch lange nicht, dass dies für alle Zeit so bleiben muss.
 

Heiko

root
Teammitglied
Ich glaube das liegt bei der DENIC eher daran, dass die schlagartig auf etliche tausend Domains verzichten müssten und das würde die Anzahl empfindlich reduzieren. Vielleicht hat man da Angst um die eigene Bedeutung...
 

Antiscammer

Sehr aktiv
Offenkundig will die DENIC lediglich die Lizenzgebühren von den Registraren einkassieren und ansonsten wenig bis gar keinen Aufwand betreiben.

Interessant würde es dann, wenn mal ein von einem Botnetz (unter .de oder .at-Domain...) betroffenes Unternehmen gegen DENIC oder NIC.at klagen würde. Auf Schadenersatz. Am besten ein US-Amerikaner mit deutscher Niederlassung und breiter Rechtsabteilung. Da dürfte man dann gespannt sein, ob die "3-Affen-Politik" ("wir nix wisse, wir nix sehe, wir nix mache...") der DENIC und NIC.at vor dem Landgericht noch Bestand hätte.

Sehr lesenswert auch der ausführliche Artikel bei spamhaus.org rund um die Vorgänge (in Englisch):
http://www.spamhaus.org/news/article/724/
 
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