Das Wikipedia-Prinzip

KatzenHai

Scyliorhinus stellaris
#1
Interessantes Interview mit lesenswerten Aspekten:

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,448818,00.html

In der Wikipedia-Welt bestimmen jene die Wahrheit, die am stärksten besessen sind. Dahinter steckt der Narzissmus all dieser kleinen Jungs, die der Welt ihren Stempel aufdrücken wollen, ihre Initialen an die Mauer sprayen, aber gleichzeitig zu feige sind, ihr Gesicht zu zeigen.
Hat mal jemand n Stück Tafel und n Meißel zum Konservieren?
 
#2
AW: Das Wikipedia-Prinzip

Allerdings ist er IMHO auch extrem voreingenommen. Das Wikipedia eine Weiterentwicklung nötig hat, um Vandalismus zu verhindern und Verschlechterungs-Edits zu verhindern, steht ausser Frage(*).
Ausser Frage steht aber auch, dass kollektiv im Internet Werte geschaffen und der Allgemeinheit meist gratis zugänglich gemacht werden, wie z.B. Wikipedia und freie Software, die zuvor nur für viel Geld zugänglich waren und die er wieder für Geld anbieten will. Allerdings sehe ich gerade bei kollektiv geschaffenen Werten wenig Chance einer gerechten Entlohnung, selbst wenn mehr Verdienstmöglichkeiten auf Basis dieser Werte geschaffen würden. Gleichzeitig verleugnet er die Existenz dieser Werte, blos weil sie gratis angeboten werden, und ist dabei relativ nahe am Gedankengut mancher Dialerdrücker zur "Gratismentalität im Internet".

Sicherlich ist oft der erworbene Ruhm und die damit einhergehende Befriedigung des Egos eine erhebliche Antriebskraft kreativen Schaffens, nicht nur im WWW, sondern z.B. auch in den Wissenschaften und Künsten. Dies im WWW pauschal mit
Dahinter steckt der Narzissmus all dieser kleinen Jungs, die der Welt ihren Stempel aufdrücken wollen, ihre Initialen an die Mauer sprayen, aber gleichzeitig zu feige sind, ihr Gesicht zu zeigen.
abzutun, sträubt mir jedoch die Nackenhaare.

Mein Fazit: das Interview bietet sicherlich interessante Denkanstöße, finde seine Meinung jedoch extrem fragwürdig und komme zu einer ganz anderen Beurteilung.

TSCN

(*)Ich bin allerdings optimistisch, dass dies mittelfristig gelingen wird, warten wir es ab, Wikipedia ist ja noch jung. Gerade aus den Wissenschaften mit ihrem Peer-Review Prinzip kann einiges gelernt werden (übrigens auch umgekehrt).
 
#3
AW: Das Wikipedia-Prinzip

Bislang habe ich einen einzigen Artikel bei Wiki eingestellt und bis der tatsächlich stehen bleiben konnte, wikifiziert war und nicht mehr von anderen Wikianern bemängelt worden ist, musste ich echt für mein Gedankengut kämpfen. Wiki zu sein ist wirklich nicht einfach und es gibt immer jmd., der besser (besessener) ist.
 
#4
AW: Das Wikipedia-Prinzip

Dies im WWW pauschal mit
In der Wikipedia-Welt bestimmen jene die Wahrheit, die am stärksten besessen sind. Dahinter steckt der Narzissmus all dieser kleinen Jungs, die der Welt ihren Stempel aufdrücken wollen, ihre Initialen an die Mauer sprayen, aber gleichzeitig zu feige sind, ihr Gesicht zu zeigen.
abzutun, sträubt mir jedoch die Nackenhaare.
Zumal dabei so getan wird, als gäbe es im Web nur diese Sorte bzw. das wäre die Mehrheit. Diese Einseitigkeit ist m. E. entlavend. Da sich aber jeder äußern kann, steht auch ein Korrektiv zur Verfügung. Es ist eben ganz und gar nicht so, das sich im Web der geistige Bodensatz sammelt oder durchsetzt. Aber es scheint einigen gar nicht zu passen, dass der demokratische Charakter jedem Gehör verschafft, was in der Welt sonst nur selten der Fall ist. In der Welt außerhalb des Webs ist Dominanz viel verbreiter. Wenn man einmal die Web-Brille absetzt, dann wäre über Politiker wohl zu sagen, dass diese der Welt ihren Stempel aufdrücken wollen, ihre Initialen an die Mauern sprayen, aber gleichzeitig zu feige sind, echte Verantwortung für die Folgen ihres Narzissmus zu übernehmen. Sie machen sich maximal mit guter Pension vom Acker.

Wollen wir das dann auch in eine Tafel meißeln?

M. Boettcher
 
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