Bayern scheint doch weiter zu sein...

bahnrolli

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technofreak

Forenveteran
Freeman76 schrieb:
Ob es wirklich die bessere Entscheidung war steht noch offen... bei den Lizenzkosten gespart und bei der Entwicklung wird´s wieder ausgegeben.
Das ist kurzfristig sicherlich richtig, aber langfristig wäre es verhängnisvoll sich in die totale Abhängigkeit von M$ zu begeben.
Gruß
tf
 

Freeman76

Moderator
Hi,

ich sehe die Sache immer von mehreren Seiten. Wenn ich einen Standardarbeitsplatz habe mit einem Officepaket, Internet und das wars habe ich keinerlei Probleme OpenSource auf Linuxbasis einzusetzen. Wenn der Arbeitsplatz jedoch Software benötigt, welche explizit programmiert werden muss bzw. auf sogenannte Standards aufbaut (Word, Excel etc.) oder aber nur für MS Betriebssystem programmiert wurde ist solch eine Entscheidung nicht nur aus dem Grund zu fällen, weil MS eine Monopolstellung im BS-Bereicht hat. Ich sehe bei München momentan nur den Punkt "wir haben uns jede Menge Geld gespart". "Gefährlich" wird die ganze Sache, wenn externe Supporter benötigt werden, weil man die eigene Administration runterfährt bzw. nicht mehr weiterbildet - dann dreht sich das Glücksrad und Gewinnen wird nur einer - der externe Dienstleister. Hinzu kommt, dass man hier einen Weg bestreitet, welcher meines erachtens auch im Hinblick auf E-Goverment genauestens zu durchleuchten ist. Bestehende Abhängigkeiten lassen sich dann nämlich wieder nur mit Hilfe von externen Programmierarbeiten erledigen - und gewiss nicht umsonst.
 

technofreak

Forenveteran
Freeman76 schrieb:
Ich sehe bei München momentan nur den Punkt "wir haben uns jede Menge Geld gespart". "Gefährlich" wird die ganze Sache, wenn externe Supporter benötigt werden, weil man die eigene Administration runterfährt bzw. nicht mehr weiterbildet - dann dreht sich das Glücksrad und Gewinnen wird nur einer - der externe Dienstleister. Hinzu kommt, dass man hier einen Weg bestreitet, welcher meines erachtens auch im Hinblick auf E-Goverment genauestens zu durchleuchten ist. Bestehende Abhängigkeiten lassen sich dann nämlich wieder nur mit Hilfe von externen Programmierarbeiten erledigen - und gewiss nicht umsonst.
Hi,
wenn das der Hauptgrund ist , wäre das in der Tat fatal. Das wäre wiederum sehr kurzsichtig, was auch nicht sehr
verwunderlich wäre. Mir ist die Problematik des Zwiespalts, auf der einen Seite den Vorteil eines! Ansprechpartners
zu haben, mit dem außerordentlich breiten Angebot von Third-Party Software auf Windows und auf der anderen Seite ein zwar zunächst scheinbar "billiges" OS mit zumindest ebenfalls billigen Softwareprodukten für Standardanwendungen, aber dem Nachteil, sobald es um Software geht, die auch nur einen Millimeter von Standardanwendungen abweicht sich in die Abhängigkeit von "externen" Softwarehäusern und Beratern zu begeben., voll bewußt .
Aus diesem Dilemma herauszukommen, erinnert an die Quadratur des Kreises.
Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: ich bin weder Fan von M$ aber auch aus den o.g Gründen nicht
überzeugt von Linux. Ich sehe auch die Vor- und Nachteile beider Konzepte und beneide diejenigen
die eine fundierte und nicht nur von vordergründigen Parolen geleitete Entscheidung treffen wollen und müssen
nicht um diese Aufgabe.
Gruß
tf
 

technofreak

Forenveteran
http://www.heise.de/newsticker/data/ola-05.06.03-001/
Heise schrieb:
Steve Ballmer fühlt sich durch Linux bedroht

Microsoft-Chef Steve Ballmer sieht in Linux eine "wettbewerbliche Herausforderung für
Microsoft und die gesamte Industrie". Das schrieb er laut US-Berichten in einem Memo an
alle Angestellten, in dem die Führungsspitze alljährlich Strategie und Zukunft
von Microsoft bekannt gibt.
Goliath fühlt sich durch David bedroht , oder ist es vielleicht kein kleiner David mehr ;)
tf
 

technofreak

Forenveteran
http://www.heise.de/newsticker/data/ola-12.06.03-002/
Heise schrieb:
Bayerische Vermessungsverwaltung auf Linux umgestellt

Die 79 Vermessungsämter der bayerischen Vermessungsverwaltung sind vollständig auf
Linux umgestellt worden. Dies teilte der bayerische Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) mit.
Die Entscheidung für Linux sei unter Sicherheits- und Kostenaspekten gefallen.
passend dazu zu der Kostenbegründung:

http://www.heise.de/newsticker/data/ola-12.06.03-003/

Sun: Linux-Nutzer wollen in Wirklichkeit kein Linux
Heise schrieb:
"Was Linux-Nutzer wirklich interessiert, ist nicht Linux an sich, sondern sind
die Vorteile der Kombination aus Unix und der Intel-Architektur", sagte Suns Vertriebschef Robert Youngjohns
..
..
Youngjohns warnte jedoch vor versteckten Kosten: Auch wenn die Plattform günstig sei,
Wartung und Betrieb könnten bei Linux teuer kommen. Auch die Aufspaltung in verschiedene Distributionen
sei bedenklich.
 

technofreak

Forenveteran
http://www.heise.de/newsticker/data/anw-17.06.03-002/
Heise schrieb:
Marktforscher: Linux legt in Europa zu
In diesem Jahr werden in Westeuropa voraussichtlich 162.000 Linux-Server im Gesamtwert
von 621 Millionen US-Dollar verkauft, lautet die Vorhersage von IDC. Die Absatzzahlen
für Linux-basierte Server werden in Europa künftig noch kräftig zulegen, glauben die
Marktforscher. Bis zum Jahr 2007 werde der Umsatz bei etwa einer halben Million verkaufter
Server auf 1,9 Milliarden US-Dollar steigen.

Auf den Desktops werde sich die Situation ähnlich entwickeln. Laut Umfragen überlegen etwa
16 Prozent der Unternehmen einen Umstieg auf Linux am Arbeitsplatz.
Was die Server betrifft , erscheint mir das wahrscheinlich, was die Desktops betrifft
hab ich so meine Zweifel, überlegen heißt:der Hahn ist noch nicht mal zur Henne gegangen ;)
und wenn die sich dann mal ernsthaft den Taschenrechner zur Hand nehmen,
was das an Support und Administrationsaufwand bedeutet, abgesehen von der doch
recht dünnen Anwendersoftwaredecke, dann halte ich das doch für eine sehr optimistische Einschätzung.
tf
 

technofreak

Forenveteran
passend dazu diese Meldung:

http://www.heise.de/newsticker/data/ola-17.06.03-000/
Hewlett-Packard gründet Linux-Abteilung
Heise schrieb:
Seit geraumer Zeit zählt der Drucker- und Computerhersteller Linux
zu den strategisch wichtigen Betriebssystemen. Geringe Kosten, hohe Flexibilität und
erkleckliche Leistung wird bei HP für das Open-Source-Betriebssystem ins Feld geführt.
Nana , da ist ja der Wunsch der Vater des Gedanken, bzw nicht ganz zu Ende gerechnet..
 

Freeman76

Moderator
Hat HP nicht ein eigenes Unix-Derivat 8) .

Meine Meinung dazu:

Linux wird im Funktionsumfang immer mächtiger (Clusterfähigkeit, MP-Unterstützung etc.) so dass auch der Einsatz in sonst von kommerziellen Unixumgebungen beherschtem Markt möglich wird. Hersteller wie Sun, HP, IBM etc. müssen aufpassen, dass ihnen der Markt nicht wegbricht. Also springt man ganz schnell auf den fahrenden Zug Linux auf. Zwar wird hier kein Geld mit dem Verkauf des BS selbst verdient, aber mit Anpassungen und Support holt man sich das Geld wieder zurück.

"Kostenlos" ist nicht "umsonst". In Zukunft wird man speziell angepasste Linuxversionen finden, egal ob für den Desktop- oder Serverbereich. Suse macht es hier schon vor mit eigenen Linuxprodukten (OfficeServer, OfficeDesktop etc.). Der Markt wird in den nächsten Jahren stark wachsen, dann kommt eine Bereinigung der Anbieter und übrig bleiben ein paar Spezialanbieter wie Sun, IBM, HP, FSC usw. :-? . So wie jetzt halt auch. Tolle Aussichten....
 

technofreak

Forenveteran
http://www.heise.de/newsticker/data/ola-30.06.03-003/

Heise schrieb:
Dass Softwaregigant Microsoft es immer schwerer haben könnte,
gegen das Open-Source-Betriebssystem GNU/Linux zu bestehen,
......
In einem Interview mit der Tageszeitung USA Today wischt Microsoft-Gründer
und Chief Software Architect Bill Gates derlei Annahmen vom Tisch und vergleicht die
aktuelle Wettbewerbssituation mit dem Aufkommen von IBMs Alternativbetriebssystem OS/2:
"Wie eine Armee stand IBM hinter dem Produkt."
Langsam scheint BillyBoy in die Jahre zu kommen, sprich an Realitätsverlust zu leiden,
IBM mit der OpenSource Community zu vergleichen ist schon ein Witz, vor allem weil OS/Halbe
immer ein ungeliebtes Kind bei IBM war, es könnte aber auch das Pfeifen im Walde sein ;)
tf
 

technofreak

Forenveteran
http://www.heise.de/newsticker/data/jk-18.07.03-006/

Microsoft Deutschland bestellt angeblich "Behörden-Beauftragten"

Einen neuen Managerposten gibt es demnächst bei Microsoft Deutschland, will die Financial
Times Deutschland aus Unternehmenskreisen erfahren haben: Der Direktor Public Sector
soll Kunden aus der öffentlichen Verwaltung direkt betreuen und dem Vorsitzenden
von Microsoft Deutschland, Jürgen Gallmann, unterstellt sein.
....
Schließlich erzeugt das Geschäft mit der öffentlichen Hand einiges an Umsatz für den
Softwarekonzern, der aber in letzter Zeit einige peinliche Schlappen hinnehmen musste.
So beschloss ausgerechnet der Stadtrat von München, auf Linux umzustellen --
in Unterschleißheim bei München ist die Hauptverwaltung von Microsoft Deutschland angesiedelt.
Aprospos Manager: Auf deutsch "Kümmerer" ( Topmanager= Spitzenkümmerer),
um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen, es stammt nicht von dem Wortstamm
"Kummer" oder "kümmerlich" ab, sondern von "kümmern um" :punk:

tf
 

Captain Picard

Commander
So ganz trivial ist die Umstellung auf Linux denn doch nicht:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/61562
Focus: Münchens Umstellung auf Linux verzögert sich
Die Umstellung der Stadtverwaltung München auf das Betriebssystem Linux zieht sich nach
Informationen des Nachrichtenmagazins Focus länger hin als geplant. "Im Moment liegen
wir vier bis fünf Monate hinter dem ursprünglichen Zeitplan", sagte die zuständige
Stadträtin Christine Strobl (SPD) dem Focus. Die Planung der IT-Umstellung gestalte sich
schwieriger als angenommen. Auch der stellvertretende Leiter des Projekts, Florian Schießl,
sagte dem Magazin: "Die IT-Strukturen der Stadtverwaltung sind viel komplexer als erwartet."
das ist jetzt genau 2 Jahre seit der vollmundigen Ankündigung...

cp
 

Counselor

Gesperrt
Heise schrieb:
Jede Abteilung habe ihren Teil der städtischen PCs selbst konfiguriert und häufig mit Spezialsoftware bestückt, die erst für Linux umprogrammiert werden müsse.
Tja, bevor man IT-Projekte solcher Größenordnungen durchführt, sollte man halt seine eigenen Produktionsprozesse und die eingesetzten Programme kennen (oder wenn man sie nicht kennt, eine Untersuchung machen). Übrigens ist das Aufspüren von unbekannter Software im Netzwerk nicht so schwer. Dafür gibt es mächtige Tools zum Inventarmanagement (zB: http://www.landesk.com/Products/Inventory/Index.aspx ). Daß man eine Migration auf ein anderes Desktopbetriebssystem beginnt, ohne zu wissen, welche Programme und PC-Konfigurationen die Abteilungen verwenden, ist ein schweres Managementversäumnis, welches den Steuerzahler mutmaßlich einen Haufen Geld kosten wird. Entweder man stoppt jetzt die Migration, oder man muß einen Haufen Software teuer neu programmieren lassen.
 

stieglitz

Mitglied
Die Umstellung in München wurde vom Gemeinderat nicht aus sachlichen Erwägungen, sondern aus ideologischen Gründen getroffen. Die Fachleute hatten gar keine Change Einwände aufzuführen. Die hier aufgeführten Probleme waren m.E. vorher bekannt, wurden aber einfach weggewischt.
Man braucht sich über das Ergebnis nicht zu wundern.
Das ganze nach dem Motto:
Linux hui, Microsoft pfui.
 

Counselor

Gesperrt
stieglitz schrieb:
Die hier aufgeführten Probleme waren m.E. vorher bekannt, wurden aber einfach weggewischt.
Ja, das war alles schon 2003 bekannt und ist bestens dokumentiert:
heise schrieb:
Komplizierte und teure EDV-Anwendungsprogramme wie das im Sozialreferat verwendete Programm PROSOZ müssten vollkommen neu entwickelt werden. Neben dem neuen kommunalen Rechnungswesen, der Verwaltungsreform mit dem neuen Steuerungsmodell und drastischer Personalreduktionen in den Referaten eine Softwaremigration diesen gewaltigen Umfangs durchzuführen, wird die Referate an den Rand der Handlungsunfähigkeit führen, teilt die Stadtratsfraktion der CSU weiter mit. Die Bedenken der IT-Beauftragten der großen Referate wie des Sozialreferats oder Baureferats seien nicht berücksichtigt worden.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/37205

Sich jetzt überrascht über die angeblich komplexe IT-Struktur (sie ist auch nicht komplexer als in anderen großen Umgebungen) zu geben, ist schon richtig dreist.
 

stieglitz

Mitglied
Counselor schrieb:
Sich jetzt überrascht über die angeblich komplexe IT-Struktur (sie ist auch nicht komplexer als in anderen großen Umgebungen) zu geben, ist schon richtig dreist.
Da gebe ich Dir absolut recht.
Da wurde ohne Rücksicht einfach eine oportune Meinung durchgesetzt.

Das Ergebnis von:

Ersparniss an Linzenen ./. Kosten der Umstellung

würde mich mal interessieren. :x
 
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