Amazon und deren unberechtigte Forderungen / Brushing

Hallo zusammen,

ich möchte kurz von einer ähnlichen Variante berichten, die ich erleben durfte :)
Neben Amazon, Arvato und dem chinesischen Händler ist hier auch eBay mit von der Partie.

- Einkauf eines Produktes bei eBay bei chinesischem "Händler" mit Lagerhaltung in DE (Händler hat ca. 2000 Bewertungen und ist seit Januar 2020 bei eBay aktiv)
- Zahlung per Paypal
- Lieferung zwei Tage später durch DHL in einem Umschlag von Amazon. Der Händler nutzt wohl Amazon FBA, dachte ich mir noch
- Dann letzte Woche eine postalische Mahnung von Amazon/Arvato Bertelsmann an meine Postadresse

Das bedeutet: der Händler kauft Ware in meinem Namen bei Amazon, lässt sie an mich verschicken, hat selbst aber nicht die Absicht, eine Zahlung an Amazon zu leisten.
Amazon ist mit Zahlungserinnerungen an die hinterlegte Email erfolglos und mahnt schließlich auf dem Postweg = an meine Adresse.
In der Zwischenzeit streicht der Chinese die über eBay entgegengenommene Zahlung als Gewinn ein (so zumindest sein Plan).

Wie perfide der "Händler" vorgeht, wird schon alleine daran deutlich, dass er die Amazon DHL-Paketnummer bei eBay zu meiner Bestellung hinterlegt hat.

Ich hatte mit Amazon, Arvato und eBay in der Sache Kontakt. Bei eBay wird der Händler jetzt immerhin „überprüft“, und seine Angebote sind verschwunden. Amazon bzw. der Mitarbeiter am Telefon hatte wenig Verständnis und war der Meinung, ich hätte vermutlich mehrere Konten und die Zahlungsaufforderung hätte schon so ihre Richtigkeit. Ich sollte das mit dem Inkasso-Dienstleister klären. Die Dame bei Arvato schien (nach langer Erklärung) die Zusammenhänge begriffen zu haben und wollte dafür sorgen, dass die Forderung storniert wird.
 

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Ein Lügenbold wurde zitiert:

„Wir gehen jedem Hinweis von Kundinnen und Kunden nach, die unaufgefordert ein Paket erhalten haben, da dies gegen unsere Richtlinien verstößt“, gab ein Amazon-Sprecher an.

Amazon interessiert es meines Erachtens einen Dreck, was da abgeht!
 
, da dies gegen unsere Richtlinien verstößt“, gab ein Amazon-Sprecher an.
Verkaufspartnern ist es untersagt, unerwünschte Pakete an Kunden zu senden. Wenn Sie ein Paket erhalten, das Sie nicht bestellt haben und das kein Geschenk ist, melden Sie es bitte sofort.
Steht hier schwarz auf weiß, aber nur als virtuelle Luftblase...

Stattdessen tut er, was er am besten kann: Am 27. September 2017 verfasst Jaeger einen Beitrag für seinen Blog. Er schildert seine Ratlosigkeit, die dürftige Antwort von Amazon und präsentiert Fotos von den gelieferten Produkten, die er als „China-Schrott“ bezeichnet. „Unter meinem Blogbeitrag zu dem Thema habe ich ungewöhnlich viele Kommentare von Nutzern erhalten, die ähnliche Pakete bekommen. So klein kann dieses Phänomen also nicht sein.“
Das "Phänomen" fängt sicher noch viel früher an.
 
Eines der Probleme für die Empfänger der Pakete - die Bestellung wurde zumeist mit einem gleichnamigen (Schatten-) Account ausgelöst und während der Amazon-Support sich bemüht den Fall zu klären, ziehen bereits die Arvato und später die paigo schon immer mal das Forderungsmanagement durch. Anscheinend mangelt es hier an der erforderlichen Schnittstelle, zumal die Monatsabrechnung bei Amazon ohnehin das System der Arvato ist, in Kooperation mit Amazon.

Aber, die meisten Leute bekommen gar keine Pakete sondern nur die Zahlungsaufforderungen. Die Pakete bekommen entweder andere Empfänger, die landen im Nirwana oder gehen über Umwege an die Händler zurück. Ganz lustig fand ich auch schon mal z. B. die unauffindbare, direkte Zustellung an die Amazon-Zentrale, in München, während irgendein fremder Mensch die Zahlungsaufforderung in echt bekam.
 
Zuletzt bearbeitet:
das Spiel Amazon, Paigo, Arvato kenn ich nun seit einem Jahr. Beim ersten Mal hab ich noch ne Anzeige gemacht, wurde aufgenommen und ein paar Monate später von der Staatsanwaltschaft eingestellt. Völlig sinnlose Aktion, die haben wohl nirgends Zugang.
Heute habe ich 18 (in Worten achtzehn) Mahnungen von Amazon erhalten, langsam macht`s Spass. Anzeige mach ich keine mehr, ist mir die Zeit zu schade. Habe Amazon
geschrieben, Antwort erwarte ich nicht. Anrufen und mailen ist eh sinnfrei, geht nur noch per Brief. Würde mich auch über ne Gerichtsverhandlung freuen, dann hätte der Spuk vielleicht ein Ende, wird wohl leider nicht dazu kommen. Grüße in die Runde..........
 
Empfehlenswerter Artikel: https://t3n.de/news/amazon-schickt-...utm_medium=social&utm_campaign=social-buttons

Warum Amazon dir Pakete schickt, die du nie bestellt hast

Verbraucher:innen berichten immer wieder, dass sie von Amazon Pakete mit Waren erhalten, die sie nie bestellt haben. Das steckt dahinter und so kannst du reagieren.

Von Tobias Weidemann, 03.03.2022​


Auch wenn es nicht immer so krass ist wie bei einer US-Kundin, die – ohne etwas bestellt zu haben – im Laufe der Zeit mehr als hundert Pakete bekam, kommt es immer wieder vor, dass Kund:innen auch in Deutschland Pakete von Amazon erhalten, die sie nicht bestellt haben. Bezahlen müssen sie dafür zwar nichts, aber auf den ersten Blick ergibt das alles dennoch keinen Sinn. Doch dahinter stecken Beweggründe, die vielen Verbraucher:innen (ebenso wie Amazon und den konkurrierenden Händler:innen) trotzdem nicht gefallen dürften.

Beim Brushing, einer Praxis, mit der vor allem kleinere Händler:innen Amazon täuschen, geht es darum, möglichst viele Kaufvorgänge zu generieren und Amazon florierendes Geschäft zu suggerieren – und zusätzlich im Verkaufsrang aufzusteigen. In diesem Fall suchen sich die Händler geringwertige Waren aus und versenden sie bestellt über Konten Dritter an Empfänger, die tatsächlich existieren. Dabei ist meist die Absenderadresse falsch, damit keine Rückfragen kommen können. Nimmt der Empfänger oder die Empfängerin das Paket an, gilt der Kaufvorgang für Amazon als abgeschlossen – und der Besteller kann eine Bewertung für den Kauf und das Produkt abgeben.

Im konkreten Fall ist der Händler gleichzeitig der Initiator, wobei das Ganze entweder mit einem gefakten Account auf den Namen und die Adresse des (unwissenden) Empfängers läuft oder auf einen anderen Nutzer angelegt ist und nur an eine entsprechende Lieferadresse des Empfängers erfolgt.


Händler können sich Bewertungen erschleichen

Der Händler oder ein von ihm beauftragter Dritter kann damit also sein eigenes Produkt mit fünf Sternen bewerten – eine Masche, die sich offenbar trotz der entstehenden Kosten lohnt, um auf diese Weise nach einigen Bewertungen selbst „richtige“ Kund:innen für Käufe generieren zu können. Generell gilt: Je günstiger der Artikel, umso lohnenswerter der Tausch „kostenlose Bewertung gegen Gratis-Artikel“.

Für die Empfänger:innen bleibt neben reichlich Verwirrung ein kostenloser Artikel, den sie meist nicht retournieren können, aber immerhin selbst nutzen oder verschenken können, anstatt ihn zu entsorgen. Zurücksenden können sie die Ware dagegen meistens nicht, da die Adresse nicht stimmt und die meisten Menschen wohl auch nicht einfach auf eigene Kosten Ware verschicken.

Das ist wohl auch der Grund, warum zwar Amazon selbst manchmal Anfragen zu dem Thema bekommen dürfte, hier aber auch keine sinnvolle Lösung bieten kann. Dabei können die Händler:innen auf ganz unterschiedliche Weise an die Adressen der Empfänger:innen gekommen sein – durch Gewinnspiele, Adressverzeichnisse, oftmals auch über soziale Netzwerke.


Lager räumen auf die harte Tour

Während der Händler hier sein eigenes Image als Händler und gegebenenfalls, wenn er als Private-Label-Betreiber auch das Produkt selbst exklusiv vertreibt, auch das des Produkts aufpoliert, gibt es aber auch noch andere Gründe, warum du unerwartete Pakete bekommen kannst. Denn ganz nebenbei kostet der Lagerplatz beim Amazon Fulfillment ja Geld – und ab einem bestimmten Zeitpunkt ist es für Händler:innen daher vernünftiger, die Ware quasi „abgeschrieben“ an eine(n) Empfänger:in zu schicken und so (siehe oben) zumindest selbst noch eine Bewertung zu erstellen, als die Ware einfach en bloc durch Amazon verschrotten oder zurückschicken zu lassen.

Unterm Strich verdient zwar auch Amazon als Marktplatzbetreiber daran, hat aber das Problem, dass die Plattform hier getäuscht wird. Für die Empfänger:innen bleibt ein fader Beigeschmack, weil ja möglicherweise (wenn die eigene Adresse nicht nur als Lieferadresse verwendet wird) ein Account undokumentiert auf ihren Namen und ihre Adresse läuft. Schon deshalb ist es sinnvoll, den Fall an Amazon zu melden, die dann gegebenenfalls mit Hilfe der Sendungsnummern und Vorgangsdaten den Account schließen können. Amazon hat hierfür inzwischen auch eine Hilfe-Seite zum Thema Brushing eingerichtet: Ungewollte Pakete melden - Amazon-Kundenservice. Und letzten Endes schadet die Praxis allen Kund:innen, da auf diese Weise nicht mehr die meistverkauften Artikel im eigentlichen Sinn ganz oben stehen, sondern auch künstlich gepushte Ware.
 
Der Beitrag auf t3n.de wurde vor einem Jahr veröffentlicht.

Ein Jahr später lässt sich durchaus feststellen, dass das Problem Brushing über Amazon aktuell überhaupt nicht mehr wahrnehmbar ist, Altfälle zählen nicht!

Meines Erachtens hat Amazon anscheinend effektiv gegengesteuert und lässt das Phänomen bei sich nicht mehr zu, jedenfalls nicht so, dass es noch bemerkenswert wäre.
 
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