[UK] Regulierungsbehörde veröffentlicht Details von Untersuchung wg PremiumSMS

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von Aka-Aka, 10 Dezember 2011.

  1. Aka-Aka

    Aka-Aka Chaostheoretiker

    Interessant, wie die britische Regulierungsbehörde Beschwerden untersucht.
    http://www.the-scream.co.uk/forums/showthread.php?p=239921#post239921

    So etwas ist also technisch möglich (eben das zu belegen, was so viele Leute berichten: "Habe nie einen Code erhalten", "Habe nie eine Bestätigung erhalten"...) - und wenn es dann nicht gemacht wird, offenbar unerwünscht.

    Würde mich interessieren, ob derartige Vorwürfe in Deutschland genauso untersucht werden - und falls nicht, WARUM nicht

    Warum wird diese Wattestäbchenarmee zu solchen Dingen nicht befragt? Weil es die Herren der Wattestäbchen gar nicht interessiert, ob mit Betrug Geld verdient wird oder "nur" mit Abzocke oder (ach gibt's das?) mit "legalen Mehrwertdiensten"? Hauptsache, Geld wird verdient, vielleicht springt ja am Rande der Wertschöpfungskette auch noch ein Bakschisch für arme Politiker raus.

    Die Strafe von 70.000 Pfund ist lächerlich, klar - aber in Deutschland werden solche Strafen gar nie verhängt, da berichtet man ja stolz von 30.000 Euro/Jahr...

    Wir haben in Deutschland keine funktionierende Regulierung der Mehrwertdienste, wir haben nichts.
     
  2. Aka-Aka

    Aka-Aka Chaostheoretiker

    Die Auswirkungen von Regulierung sind messbar:
    http://menmedia.co.uk/manchestereve...ate-2ergos-share-price-hit-by-new-regulations

    "Mobile phone technology company 2ergo Group’s shares plummeted by a quarter after it warned of a profits hit because of new industry regulations."

    lustig daran: Eigentlich klingt das ja prima:
    clear direction? Die klare Richtung der britischen Regulierer war:
    Das Problem ist doch nicht, wer die Regeln aufstellt - das Problem ist, dass sich keiner daran hält, solange es sich lohnt,die Gesetze zu brechen oder zu beugen

    (damals, als Journalisten inkognito bei einem britischen Anbieter filmten, ähnlich wie das ZDF bei einem deutschen telefon mehrwertdienst spezialisten in Mainz*)

    Das erinnert an alte Wirecard-Prosepekte:
    "Die sich im Laufe des Jahres 2003 geänderte Rechtslage für die telefoniebasierenden Mehrwertdienstenummern führte zu einer geänderten Sachlage, die sich auch auf die Geschäftspolitik der Wire Card Gruppe auswirkte"

    in welcher Weise?
    "Mit Wirkung vom 20. Oktober 2003 wurde die Crosskirk s.l. veräußert"

    Ja warum wurde denn der Geldesel verkauft?
    "Im August 2003 wurden durch Änderungen in der Rechtslage (Verbot von telefoniebasierenden Abrechnungen von Mehrwertdienstenummern im In- und Ausland), die Geschäftstätigkeit der ... Crosskirk SL ... stark eingeschränkt"

    Vielleicht waren auch damals die bösen britischen Regulierer verantwortlich, die doch tatsächlich Unternehmen bestraften, die doch niemals etwas Böses tun wollten. Die gaben dann vor der Regulierungsbehörde an "Aber wir haben uns doch an die Vorgaben der deutschen FST gehalten und dachten, das seien die strengsten Regeln"

    Tja, vielleicht hat es ja dem FST eV auch nichts ausgemacht, wenn mit Crosskirk-Autodialern Leute betrogen wurden, die u.a. mit Hinweisen auf "Sex mit Kindern" angelockt wurden unter Beteiligung deutscher Firmen
    Die haben's ja schließlich verdient. Die Leute, die von den Portalen großer deutscher Anbieter ins spanische Dialerinferno gelockt wurden, naja, das waren Kollateralschäden.
    Tja, das sah man in UK eben slightly different.

    Dass die deutschen Regulierer im Vergleich zur letzten Endes völlig unfähigen britischen Regulierungsbehörde wie zahnlose Tiger wirken - das mag einen Eindruck geben, wie schlecht die deutsche Regulierungsbehörde arbeitet.

    (*)
    "6. Zahlt die d*** Einnahmen aus Mehrwertdiensten aus, auch wenn ein Rechnungslegungs- und Inkassoverbot gegen den Anbieter betrügerischer Dienste ergangen ist?

    d***: d*** ist nicht bekannt, dass Rechnungslegungs- und Inkassoverbote in der Vergangenheit durch die BNetzA darauf gestützt wurden, dass betrügerische Dienste durchgeführt wurden. Die Auszahlung von Geldern käme in diesem Fall keineswegs in Betracht."

    Umkehrschluß: Es wurde immer Geld ausgezahlt - also z.B. auch bei 0137-Betrug. Ich will das nur mal wieder erwähnt haben. Und zwar offenbar deshalb, weil die Wattestäbchenarmee das RIV nicht darauf gestützt hat, dass es Betrug ist. Das wurde offenbar zum Schlupfloch. Dies nur mal so nebenbei. In Dänemark haben sich gute alte Freunde der DTMS darüber gefreut (ich erinnere nur an Teleteamwork). Lang, Lang ist's her - aber die Seiten der Dänen kann man sich noch anschauen bei der d*** - ob das dem Hoffenheimer Mäzen bekannt war?
     
  3. Sgt. Pepper

    Sgt. Pepper Mitglied

    Wurde die Firma wirklich, rechtskräftig verkauft?
    Wenn dem so ist, wie kann es dann sein
     
  4. Reducal

    Reducal Fraud-Analyst

    Und was soll das deiner Meinung nach bedeuten? http://translate.google.de/?hl=de&t...wn on the independently verified message logs
     
  5. Aka-Aka

    Aka-Aka Chaostheoretiker

    Die Gewinne kamen über Lizenzen, das steht ausführlich im Prospekt der "Wire Card". Spannend, wofür 2004 800,000 Euro an Lizenzgebühren auflaufen konnten - 2004 kam in UK & Deutschland kein "offizieller" Crosskirkdialer zum Einsatz... Ach ja: Die CK wurde verkauft, aber im spanischen Handelsregister hat das womöglich niemand eingetragen. Versehentlich vermutlich. Die Firma Wirecard wurde dazu auch befragt, aber es kam keine klare Antwort.

    google

    Die Käufer wurden zunächst in den Geschäftsberichten falsch geschrieben (Marketel vs Markettel), dann offenbar falsch beschrieben... von wegen "etabliert in Telefonabrechnung". Die Firma wurde erst ein paar Wochen vorher gegründet

    MARKETEL LIMITEDD
    45 WELBECK STREET
    LONDON
    W1G 8DZ
    Company No. 04789551
    Status: Active
    Date of Incorporation: 05/06/2003
    Directors:
    FIDUCIARY DIRECTORS LIMITED
    3 BELL LANE
    GIBRALTAR
    FIDUCIARY MANAGEMENT LIMITED
    3 BELL LANE
    GIBRALTAR

    Letztlich handelte es sich beim Inhaber der Firma um einen Herrn, der auf dem Affenfelsen haust und 1901 (!) das Licht der Welt erblickt hat. Das ist kein Witz.

    Der falsche Name führte zu Verwirrungen. Später sah man dann klarer - die Spur führte nach Gibraltar. Dass CK gar nicht wirklich "verkauft" wurde, sondern dass man lediglich die Geldkuh samt Geld-Cowboy RLK irgendwie still und leise aus den offiziellen sauberen Geschäftsberichten raushaben wollte, das bezweifeln viele nicht - beweisbar ist es aber ebenfalls nicht.

    Falls Bedarf an mehr Info besteht: nicht öffentlich oder nicht hier.
     
  6. Aka-Aka

    Aka-Aka Chaostheoretiker

    Dass 2ergo behauptet, er hätte eine kostenlose Nachricht erhalten, sich bei diesem Quiz 500 angemeldet zu haben - aber die Prüfer fanden diese angebliche Meldung nicht. Wie viele andere in den Log-Dateien der 2ergo vorhandene Nachrichten. Erfunden? Oder irgendwo "in the middle" verloren gegangen?
    Jedenfalls das, was viele Betroffene berichten.
     
  7. Reducal

    Reducal Fraud-Analyst

    ...genau! Und wie soll man (selbst wenn man ernsthaft wollte) finden, was nicht da ist?

    Eine Beweislastumkehr gibt es im Strafverfahren nicht und somit sind die Strafverfolger darauf angewiesen, was sie "gerichtsfest" ermitteln und beweisen können. Die betroffenen Unternehmen werden sicher Deckeln und allenfalls sagen: "...na dann machen sie mal!" Und dann? Dann steht das vor einem Aktenschrank mit Aktiva und Passiva, einigen Lohn- und Personalakten und vielleicht ein paar Produktbeschreibungen der Konkurrenz. Mit dem Zeug gehts dann in ein altmodisches Büro, während die Anwälte schon mit Beschwerden und Schadenersatzforderungen wegen vorübergehendem Betriebsausfall die Hufe scharen.

    Die BNetzA wiederum macht das sicherlich noch effzienter [im negat. Sinne], die erhebt die Beweismittel fürs Bußgeldverfahren womöglich gleich mit Ferndiagnosis.
     
  8. Aka-Aka

    Aka-Aka Chaostheoretiker

    In UK werden diese Firmen (2ergo = Provider! also Ebene von mobileview zB) dazu verdonnert, Beschwerdeführern das Geld zu erstatten. Das würde mir erst einmal schon reichen. Wenn wir hier im Forum die Möglichkeit hätten, Betroffene mit Aussicht auf Erfolg zu ihren (Zahlungs-)Providern zu schicken - das wäre paradiesisch im Vergleich zum derzeitigen Rumgegurke.
     

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