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Linux Linux - die Lösung? Fragen und Antworten dazu...

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Alt 12.07.2005, 20:43:03   #21 (Permalink)
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Zitat von stieglitz :
Die Umstellung in München wurde vom Gemeinderat nicht aus sachlichen Erwägungen, sondern aus ideologischen Gründen getroffen.
Wieso ist das Motiv Ideologie, wenn man sich für Linux entscheidet und der Weg fachlich geboten, wenn man weiterhin Windows nimmt? M. E. sind die am meisten verblendet, die andere mit dem Ideologie-Knüppel kommen.

Zitat von stieglitz :
Die Fachleute hatten gar keine Chance Einwände aufzuführen. Die hier aufgeführten Probleme waren m.E. vorher bekannt, wurden aber einfach weggewischt.
Man braucht sich über das Ergebnis nicht zu wundern.
Das ganze nach dem Motto:
Linux hui, Microsoft pfui.
Das ist nur Quark! An Fachleuten, selbst ernannten und tatsächlichen, gibt es in der teils öffentlich geführten Debatte wahrlich keinen Mangel. Angesichts des "politischen" Drucks, den große Firmen zu machen pflegen, wenn die Konkurrenz im Hause auftaucht, bedarf es nicht nur Sachkenntnis sondern auch Mut, organisatorisches Geschick und Menschenkenntnis, um eine Änderung der Verhältnisse herbeizuführen. Und natürlich hat man sich durch Voruntersuchungen "abgesichert". Wer hätte das übrigens verlangt, wenn man auf der Windows-Strasse geblieben wäre? Genau - keiner!

Es wird doch auch nicht der Stab über Windows als "rund herum schlecht" gebrochen, auch wenn das Gegner der Migration gern behaupten, wenn man sich gegen Microsoft als Lieferanten entscheidet. Weder ein Einsatz von Linux noch von Microsoft ist per se richtig oder falsch, gut oder schlecht. Und dass Microsoft -aus nachvollziehbaren Gründen kein Freund von Linux - bessere oder "richtigere" Fachleute aufbieten kann als Firmen wie Novel oder IBM bezweifle ich ernsthaft.

Als Bürger verlange ich von der Verwaltung, dass sie mit den Steuermitteln sparsam und gut umgeht. Dass dies dadurch gelingt, dass man sich in die Abhängigkeit eines de facto Monoplisten begibt, wäre mir neu. "Second Source" z. B. ist bei der Plattform Windows wahrlich nicht zu erwarten. Die großen Technologiefirmen erhalten m. E. viel zu viele Staatsaufträge allein durch Marketing, das bis zum Sofa des jeweiliegn Ministerpräsidenten reicht; nicht etwa deshalb, weil sie technisch überragend oder besonders preiswürdig sind. Im Gegenteil kommen entsprechende Entscheidungen den Steuerzahler regelmäßig teuer zu stehen. Kann man nahezu jedem Rechnungshofbericht entnehmen. Z. B. wenn die Verwaltung erkennbar einem großen Elektrokonzern in München quasi hörig ist/war. Da lohnt oft die Arbeit ein Angebot abzugeben nicht und in der gewonnenen Zeit kann man sich um Kunden kümmern, die rational entscheiden und sich nicht nach Lobby-Fähigkeiten des Anbietes richten (müssen).

M. Boettcher
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Einen Staat, der mit der Erklärung, er wolle Straftaten verhindern, seine Bürger ständig überwacht, kann man als Polizeistaat bezeichnen. (Ernst Benda; Ex-Präsident des Bundesverfassungsgerichts. Quelle: tagesschau.de)
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Alt 12.07.2005, 22:37:27   #22 (Permalink)
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Zitat von drboe :
Als Bürger verlange ich von der Verwaltung, dass sie mit den Steuermitteln sparsam und gut umgeht. Dass dies dadurch gelingt, dass man sich in die Abhängigkeit eines de facto Monoplisten begibt, wäre mir neu.
Und da liegt der Hase im Pfeffer. Wenn man angeblich jetzt in 2005 erst die vermeintliche Komplexität der eigenen IT-Struktur entdeckt hat, dann kann man in 2003 unmöglich die Kosten der Migration fundiert berechnet haben. Und was die Ersparnis an Lizenzkosten angeht, wird die Stadt München bald feststellen, daß sie die Kosten für die Supportverträge gegenrechnen muß. Alles andere wäre eine Milchmädchenrechnung.
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Alt 12.07.2005, 23:03:32   #23 (Permalink)
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Als dieses Thema in München auf kam, haben sich findige Leute, die auch politische Ambitionen hegen, die Köpfe in München heiß diskutiert. Damals (am Stammtisch) war man sich letztlich sicher, dass die Entscheidungsträger inkompetent und die Berater schlichtweg unwissend gewesen sein müssen.
Wenn man sich die Diskussion hier und die Tatsachen vor Ort betrachtet, möchte man eigentlich nur noch einen (drüber) heben.

@ drboe, wenn Du aus Hamburg meinst, dass man sorgfältig mit Deinen Steuern in Bayern umgehen soll, dann beschwere Dich doch bitte beim bayerischen Rechnungshof!
Neben der Ironie zu Deinem Aufenthaltsort (von dem ich ausgehe, dass der stimmt), würde ich eine entsprechende Beschwerde von Dir sehr befürworten - Du kannst prima schreiben und verfügst über ein nicht zu unterschätzendes Argumentationspotential.
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Alt 13.07.2005, 00:13:59   #24 (Permalink)
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Zitat von Reducal :
Damals (am Stammtisch) war man sich letztlich sicher, dass die Entscheidungsträger inkompetent und die Berater schlichtweg unwissend gewesen sein müssen.
Da bin ich mir bei Leuten, die eine Migration beschliessen, ohne die eigenen IT-Strukturen zu kennen, ganz sicher.
Zitat von drboe :
...bedarf es nicht nur Sachkenntnis sondern auch Mut, organisatorisches Geschick und Menschenkenntnis, um eine Änderung der Verhältnisse herbeizuführen...
Sachkenntnis war mE nicht gegeben, da man seine eigenen Strukturen nicht kannte. Menschenkenntnis auch nicht, denn man hat die Fachabteilungen einfach übergangen. Ebenso wenig organisatorisches Geschick. Hätte man das, dann wäre mE nach zwei Jahren Linux bereits auf den Desktops.
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Alt 13.07.2005, 10:11:02   #25 (Permalink)
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Zitat von Counselor :
Zitat von drboe :
Als Bürger verlange ich von der Verwaltung, dass sie mit den Steuermitteln sparsam und gut umgeht. Dass dies dadurch gelingt, dass man sich in die Abhängigkeit eines de facto Monoplisten begibt, wäre mir neu.
Und da liegt der Hase im Pfeffer. Wenn man angeblich jetzt in 2005 erst die vermeintliche Komplexität der eigenen IT-Struktur entdeckt hat, dann kann man in 2003 unmöglich die Kosten der Migration fundiert berechnet haben.
Das wird stimmen. Zur "Entschuldigung" könnte man ggf. anführen, dass selbst Unternehmen mit sehr gutem IT-Controlling nicht wirklich wissen, was IT-Produktion kostet. Zwar hat man eine Reihe Begriffe der Beratungsindustrie geschluckt, TCO und Co. lassen grüßen, aber einer echten Kosten/Nutzen Analyse stehen häufig (firmen-)politische Gründe entgegen. Das Management aber steht der IT kritisch gegenüber. Nicht selten führt das dann zum "Outsourcing um jeden Preis", was man als "Überschwinger" auch nicht rundherum gutheissen kann.

Zitat von Counselor :
Und was die Ersparnis an Lizenzkosten angeht, wird die Stadt München bald feststellen, daß sie die Kosten für die Supportverträge gegenrechnen muß. Alles andere wäre eine Milchmädchenrechnung.
Halt! Genau das ist eine Milchmädchenrechnung. Supportverträge würde es auch bei Windows-basierten Lösungen geben. Ich stimme Dir zu, dass eine einseitige Fixierung auf Lizenzkosten naiv ist, die Lizenzen sogar nur einen geringen Teil der Kosten ausmachen, und denke auch, dass der IT-Betrieb sich etwa auf gleichem Kostenniveau bewegen wird. Dennoch gibt es genügend rationale Beweggründe für den Umstieg auf Linux. Der ist m. E. nur deswegen so bemerkenswert, weil das Gros der Herde in Firmen und Behörden auf Windows setzt. Grob gesagt ersetzt man die frühere Haltung - "es war noch nie ein Fehler mit IBM zu arbeiten" - durch das identische Verhalten bezüglich Microsoft. Es gibt viele wunderbare und auch richtungsweisende Lösungen auf MS-Plattform. Aber Mainstream-Sprech, häufig von internationalen Consulting-Firmen in die Welt gesetzt, ersetzt deshalb noch nicht rationale Entscheidungen. Und natürlich ist ein Schwenk nur des Wechsels wegen ebenso dumm.

M. Boettcher
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Alt 13.07.2005, 10:26:40   #26 (Permalink)
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Zitat von Reducal :
@ drboe, wenn Du aus Hamburg meinst, dass man sorgfältig mit Deinen Steuern in Bayern umgehen soll, dann beschwere Dich doch bitte beim bayerischen Rechnungshof!
Es dürfte klar sein, dass die Forderung sorgfältig mit unserem Geld umzugehen, für jede Gemeinde, jedes Bundesland als auch die Republik gilt. Die Tendenzen und Entscheidungsmuster sind doch überall mehr oder weniger gleich. In Hamburg hat der Finanzsenator einmal den Verkauf der Elektrizitätswerke als Fehler bezeichnet. Und dennoch den Verkauf der Gaswerke und - gegen eine Volksabstimmung mit mehr als 75% der Stimmen - auch den Verkauf der Krankenhäuser betrieben. Nun wundert man sich, dass Standortpolitik - hier die Energiekosten für Großabnehmer - in Skandinavien (Vattenfall) entschieden wird. Böse Frage für eine Pressekonferenz: wovon soll der Etat des nächsten Jahres bezahlt werden, wenn das Tafelsilber nun weg ist? - Anmerkung: Die Stadt will als nächstes die eigenen Liegenschaften verkaufen und dann mieten. Die Zeche zahlt demnach die nächste Generation. Methode: nach uns die Sinnflut! Hat jemand zufällig Bedarf für ein 100 Jahre altes, auf Pfählen gegründetes Rathaus?

Zitat von Reducal :
Neben der Ironie zu Deinem Aufenthaltsort (von dem ich ausgehe, dass der stimmt), ..
Warum sollte der Wohnort - der nicht immer mit dem Aufenhaltsort übereinstimmt - nicht zutreffen?

Zitat von Reducal :
.. würde ich eine entsprechende Beschwerde von Dir sehr befürworten - Du kannst prima schreiben und verfügst über ein nicht zu unterschätzendes Argumentationspotential.
Danke für die Blumen, aber auch hier wird im Topf vor allem Wassser erhitzt. Ich fürchte auch, dass Beschwerden wenig nützen, zumal dann, wenn sie nicht im Fachchinesisch von Bürokraten und Juristen abgefaßt sind. Auch dürfte im besonderen Fall der "point of no return" längst überschritten sein.

M. Boettcher
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Alt 13.07.2005, 11:19:46   #27 (Permalink)
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Zitat von drboe :
Als Bürger verlange ich von der Verwaltung, dass sie mit den Steuermitteln sparsam und gut umgeht. Dass dies dadurch gelingt, dass man sich in die Abhängigkeit eines de facto Monoplisten begibt, wäre mir neu.
Es gibt wohl kaum ein größeres IT- Projekt für eine Behörde, das nicht spätestens in der Entwicklungsphase, -auch finanziell- , völlig aus dem Ruder gelaufen ist.
Das liegt nach meiner Erfahrung daran, das behördliche Entscheidungsträger schon mit der Bedarfsanalyse völlig überfordert sind.
Ein mühsam- und in quälend komplizierten Entscheidungsprozessen erstelltes Pflichtenheft wird bestenfalls als eine Art unverbindlicher Wunschzettel angesehen, der jederzeit nach Belieben geändert werden kann.
Krasse Fehlplanungen und -Entwicklungen sind die Regel, nicht die Ausnahme.
Ebenso umfangreiche Änderungen, bis hin zur kompletten Neukonzipierung.
Gründe für solche Desaster sind nicht nur Inkompetenz, sondern auch die absolute Ignoranz gegenüber dem Kosten - Nutzen- Faktor.
Die Frage ist nicht: ist es das wert, sondern: kriege ich das Geld dafür bewilligt.
Das wichtigste Kriterium im Behördendenken ist nicht die Qualität und Effizienz in der Aufgabenbewältigung, sondern die maximale Auslastung des Personals und des Budgets.
Noch ein Rat an alle Freiberufler:
Für eine Behörde würde ich, wenn überhaupt, nur gegen Vorkasse arbeiten.

Gruß A. John
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Alt 13.07.2005, 12:01:28   #28 (Permalink)
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Zitat von drboe :
Das Management aber steht der IT kritisch gegenüber. Nicht selten führt das dann zum "Outsourcing um jeden Preis", was man als "Überschwinger" auch nicht rundherum gutheissen kann.
Aber selbst zum Outsourcen muß man wissen, wie die Produktionsprozesse laufen. Sonst läuft man Gefahr, wichtige Dinge in den Verträgen mit den Dienstleistern zu übersehen.
Zitat von drboe :
Ich stimme Dir zu, dass eine einseitige Fixierung auf Lizenzkosten naiv ist, die Lizenzen sogar nur einen geringen Teil der Kosten ausmachen, und denke auch, dass der IT-Betrieb sich etwa auf gleichem Kostenniveau bewegen wird.
Das denke ich auch.
Zitat von drboe :
Dennoch gibt es genügend rationale Beweggründe für den Umstieg auf Linux.
Und da setzt meine generelle Kritik an. Bei der Entscheidung hatte man nur die Systeme Windows bzw Linux im Auge. Das eigentlich Essentielle, nämlich daß die IT -unabhängig von den verwendeten Betriebssystemen- bestimmte Services definieren und effzient bereitstellen muß, hat man völlig unberücksichtigt gelassen. Den Mitarbeiter bzw den Antragsteller interesiert nicht, ob die Anträge mit LINUX oder Windows verarbeitet werden. Die interessiert nur, daß der Service funktioniert. Und den Steuerzahler interessiert die Effizienz dahinter.

Und jetzt steht man in München offenkundig vor dem Dilemma, daß die Migration die Produktionsprozesse zum Erliegen bringen würde, wenn man vorher nicht das Rad durch Umprogrammierung wesentlicher Software (zB Prosoz) der einzelnen Referate für LINUX neu erfindet. Und obwohl man das vor zwei Jahren schon erkennen konnte, gibt man sich überrascht...
Zitat von drboe :
Es gibt viele wunderbare und auch richtungsweisende Lösungen auf MS-Plattform.
Es geht mE nicht um die Plattform - es geht darum, Services zu definieren und effizient zu erbringen. Ob die Services dann auf Microsoft oder Linux aufsetzen, ist zweitrangig.
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Alt 13.07.2005, 13:14:54   #29 (Permalink)
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Zitat von Counselor :
Und da setzt meine generelle Kritik an. Bei der Entscheidung hatte man nur die Systeme Windows bzw Linux im Auge. Das eigentlich Essentielle, nämlich daß die IT -unabhängig von den verwendeten Betriebssystemen- bestimmte Services definieren und effzient bereitstellen muß, hat man völlig unberücksichtigt gelassen. Den Mitarbeiter bzw den Antragsteller interesiert nicht, ob die Anträge mit LINUX oder Windows verarbeitet werden. Di interessiert nur, daß der Service funktioniert. Und den Steuerzahler interessiert die Effizienz dahinter.
...
Es geht mE nicht um die Plattform - es geht darum, Services zu definieren und effizient zu erbringen. Ob die Services dann auf Microsoft oder Linux aufsetzen, ist zweitrangig.
Da sind wir völlig einer Meinung. Ein Streit Linux oder Windows ist die falsche Baustelle. In der systemunabhängigen Definition liegt vor allem der Vorteil, dass man sich über die eigenen Erfordernisse im Klaren werden muss.

M. Boettcher
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Alt 13.07.2005, 13:44:46   #30 (Permalink)
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Zitat von A John :
Es gibt wohl kaum ein größeres IT- Projekt für eine Behörde, das nicht spätestens in der Entwicklungsphase, -auch finanziell- , völlig aus dem Ruder gelaufen ist.
Oh, ich kenne auch große Firmenprojekte, die den gleichen Ablauf hatten. Nur werden die nicht unbedingt bekannt, schließlich ist das "Privatsache". Und es ist dann ja nur das Geld der Aktionäre o. ä., das sich in Luft auflöst. Ich habe auch schon zwei kostspielige SW-Generationen in Folge im Leichenkeller einer ziemlich großen Bank verschwinden sehen.

Zitat von A John :
Das liegt nach meiner Erfahrung daran, das behördliche Entscheidungsträger schon mit der Bedarfsanalyse völlig überfordert sind.
Ich stehe auf dem Standpunkt, dass pauschale Urteile hier wie anderswo völlig unberechtigt sind und eigentlich nur den diskretitieren, der sie äußert. Natürlich gibt es Fälle, die auf Überforderung der Entscheider schliessen lasen. Aber die sind gewiß nicht auf Behörden beschränkt. Auch Behördenmitarbeiter haben Sachverstand. Und sie nutzen in Zweifelsfällen externen Rat - wobei fraglich ist, ob der wirklich gut ist. Gerade die vorwiegend "strategisch" beratenden Häuser glänzen nämlich oft nicht gerade mit Sachkunde sondern mit Marketingsprüchen; und das völlig unabhängig davon, ob der Kunde eine Behörde ist oder nicht.

Zitat von A John :
Ein mühsam- und in quälend komplizierten Entscheidungsprozessen erstelltes Pflichtenheft wird bestenfalls als eine Art unverbindlicher Wunschzettel angesehen, der jederzeit nach Belieben geändert werden kann.
Das sich die Wünsche beim "Hausbau" ändern ist keine Besonderheit von Behörden. Die Innovationszyklen von Hard- und Software sind so kurz, dass längere Projekte fast zwangsläufig anders enden als am Start beabsichtigt. Und wenn ich mir die Hierachie in einigen deutschen Unternehmen ansehe, sind Brüssel oder Berlin dagegen flach organisiert.

Zitat von A John :
Krasse Fehlplanungen und -Entwicklungen sind die Regel, nicht die Ausnahme.
Das kann ich nun überhaupt nicht bestätigen. Es ist m. E. wenig sinnvoll das Zerrbild aus alten Witzen in die Praxis zu übertragen.

Zitat von A John :
Das wichtigste Kriterium im Behördendenken ist nicht die Qualität und Effizienz in der Aufgabenbewältigung, sondern die maximale Auslastung des Personals und des Budgets.
Das gibt es; so pauschal ist das aber nur das übliche Genörgel der Deutschan am "Staat". In einer direkten Diskussion würdest Du mit den gewiß populären Sprüchen sicher bei den üblichen Schreihälsen punkten. Nur ist das in einer Fachdebatte etwa so nützlich wie Fusspilz.

Zitat von A John :
Noch ein Rat an alle Freiberufler:
Für eine Behörde würde ich, wenn überhaupt, nur gegen Vorkasse arbeiten.
Der Versuch die eigenen AGB durchzusetzen wird von den Behörden auf die immer gleiche Weise behandelt: das Angebot wandert in Ablage rund. Übrigens gehören zu den schlechtesten Zahlern nach meiner persönlichen Erfahrung deutsche Großkonzerne.

M. Boettcher
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