Do you remember?
Wie hat eigentlich alles begonnen? Aka-Akas Chaostheoretikerkarriere? Mein allererster Beitrag? Das war im Forum Dialerschutz als user "aquarium" - irgendein ziemlich dummer Kommentar zur Rechtsberatung etwa November 2003.
Ich kann mich noch wie heute an meine roten Backen erinnern, denn Saschas Antwort lautete Es war mein schlechtes Gewissen, das mich zum Thema Dialer kommen ließ. Zwei Dialeropfer in kürzester Zeit aus meiner Umgebung. Beide von mir in die Internetwelt geschickt.
Mein Neffe zum Beispiel, damals 13, gab den Suchbegriff "Sex" bei Google ein. Er bekam einen sponsored link angeboten "Heute gratis!" und klickte sich ins Verderben. Sein Vater rief mich an, weil plötzlich eine extrem hohe Telefonrechnung auftauchte. Eine Firma "in-telegence" verlange viel Geld. Die kannte ich damals noch nicht. Ich lernte die Firma aber kennen - und die mich.
Auch der Porschefahrer Toni S* wurde für kurze Zeit mein Brieffeind. Und weil ich öffentlich fragte, ob das TS bei TSCash für Toni S* steht, wurde mein erstes Posting im CB-Forum gleich mal editiert. Über die Gesamtzahl der Postings, die editiert werden mussten, gibt es nur grobe Schätzungen. Es waren sehr viele, seeeehr viiiieeeele
In der Lösung der beiden Dialerfälle selbst war ich erfolgreicher. Denn ich knöpfte mir den Herrn Toni S* vor und nervte ihn (und die gute Frau K* von in-telegence) so sehr, dass mein Schwager schliesslich am selben Tag zwei etwas widersprüchliche Schreiben bekam.
Der Dialer sei, hieß es in Schreiben 1, völlig legal, überprüft, kein Zweifel an der Richtigkeit der Abrechnung, unbedingt Zahlungspflicht.
Schreiben 2, von in-telegence, meinte ganz lapidar "Unser Kunde besteht nicht mehr auf einer Zahlung".
Weihnachten 2003 hätte ich also eigentlich das Thema beenden können. Habe ich aber nicht. Im Gegenteil. Denn ich konnte das nicht begreifen:
1. Es hieß eindeutig gratis
2. Der Dialer war hinterhältig installiert worden.
3. Es gab keine eindeutige einwahlauslösende Handlung seitens des Betroffenen
4. Es war also Betrug
5. Alle spielten bei dem Betrug mit
6. Die Verantwortlichen kamen (eigentlich) aus Dortmund
7. Nichts passierte
So machte ich es mir zum Hobby, Zusammenhänge zu erforschen und Spuren der Verantwortlichkeit zu finden. Ursprünglich ernsthaft davon überzeugt, dass irgendwann sich jemand für so etwas interessieren würde. Inzwischen eher, um zu bedauern, was man hätte tun können, wenn sich jemand interessiert hätte. Mein Archiv umfasst mittlerweile einige Millionen Dateien und der Suchindex enthält 11 Millionen keywords
Man findet fast immer Spuren. Meistens sind es zunächst "chaostheoretische" Spuren - irgendwelche Hinweise oder scheinbare Hinweise, erstaunlich häufig von den Bösewichtern selbst kreiert durch fehlerhafte Editierungen, vergessene Telefonnummern, kopierte Rechtschreibfehler usw.
Über Chaostheorie in der Ermittlungsarbeit werde ich auch mal schreiben. Vielleicht wird das dann sogar eine Art Lehrbucheintrag für Ermittler außerhalb von Osnabrück.
Foto links: Die legendäre Googleabfrage von Lukas (13)
Foto rechts: Die Adresse in Panama, die eigentlich erst zwei Jahre später vollständig geklärt war - inzwischen sind die meisten beteiligten Firmen insolvent und die Pulheimer agieren heute als "Silberberger-Limited" aus Birmingham. Was der Porschefahrer Toni S* heute macht, weiß ich nicht. Uno G* fliegt mit dem "Paten des Dialerbetrugs" (Zitat Peerenboom/Plusminus) um die Welt. Michael K* aus Pulheim wird weiterhin Pfui vertickern, oder? Nina H* düst mit schnellen Autos durch die Gegend, mit und ohne Herrn Thomas F*. Aber: was macht eigentlich die kahle Sängerin?
Ich kann mich noch wie heute an meine roten Backen erinnern, denn Saschas Antwort lautete
Zitat:
Geh erst mal schwimmen lernen. Setzen. Sechs
Mein Neffe zum Beispiel, damals 13, gab den Suchbegriff "Sex" bei Google ein. Er bekam einen sponsored link angeboten "Heute gratis!" und klickte sich ins Verderben. Sein Vater rief mich an, weil plötzlich eine extrem hohe Telefonrechnung auftauchte. Eine Firma "in-telegence" verlange viel Geld. Die kannte ich damals noch nicht. Ich lernte die Firma aber kennen - und die mich.
Auch der Porschefahrer Toni S* wurde für kurze Zeit mein Brieffeind. Und weil ich öffentlich fragte, ob das TS bei TSCash für Toni S* steht, wurde mein erstes Posting im CB-Forum gleich mal editiert. Über die Gesamtzahl der Postings, die editiert werden mussten, gibt es nur grobe Schätzungen. Es waren sehr viele, seeeehr viiiieeeele
In der Lösung der beiden Dialerfälle selbst war ich erfolgreicher. Denn ich knöpfte mir den Herrn Toni S* vor und nervte ihn (und die gute Frau K* von in-telegence) so sehr, dass mein Schwager schliesslich am selben Tag zwei etwas widersprüchliche Schreiben bekam.
Der Dialer sei, hieß es in Schreiben 1, völlig legal, überprüft, kein Zweifel an der Richtigkeit der Abrechnung, unbedingt Zahlungspflicht.
Schreiben 2, von in-telegence, meinte ganz lapidar "Unser Kunde besteht nicht mehr auf einer Zahlung".
Weihnachten 2003 hätte ich also eigentlich das Thema beenden können. Habe ich aber nicht. Im Gegenteil. Denn ich konnte das nicht begreifen:
1. Es hieß eindeutig gratis
2. Der Dialer war hinterhältig installiert worden.
3. Es gab keine eindeutige einwahlauslösende Handlung seitens des Betroffenen
4. Es war also Betrug
5. Alle spielten bei dem Betrug mit
6. Die Verantwortlichen kamen (eigentlich) aus Dortmund
7. Nichts passierte
So machte ich es mir zum Hobby, Zusammenhänge zu erforschen und Spuren der Verantwortlichkeit zu finden. Ursprünglich ernsthaft davon überzeugt, dass irgendwann sich jemand für so etwas interessieren würde. Inzwischen eher, um zu bedauern, was man hätte tun können, wenn sich jemand interessiert hätte. Mein Archiv umfasst mittlerweile einige Millionen Dateien und der Suchindex enthält 11 Millionen keywords
Man findet fast immer Spuren. Meistens sind es zunächst "chaostheoretische" Spuren - irgendwelche Hinweise oder scheinbare Hinweise, erstaunlich häufig von den Bösewichtern selbst kreiert durch fehlerhafte Editierungen, vergessene Telefonnummern, kopierte Rechtschreibfehler usw.
Über Chaostheorie in der Ermittlungsarbeit werde ich auch mal schreiben. Vielleicht wird das dann sogar eine Art Lehrbucheintrag für Ermittler außerhalb von Osnabrück.
Foto links: Die legendäre Googleabfrage von Lukas (13)
Foto rechts: Die Adresse in Panama, die eigentlich erst zwei Jahre später vollständig geklärt war - inzwischen sind die meisten beteiligten Firmen insolvent und die Pulheimer agieren heute als "Silberberger-Limited" aus Birmingham. Was der Porschefahrer Toni S* heute macht, weiß ich nicht. Uno G* fliegt mit dem "Paten des Dialerbetrugs" (Zitat Peerenboom/Plusminus) um die Welt. Michael K* aus Pulheim wird weiterhin Pfui vertickern, oder? Nina H* düst mit schnellen Autos durch die Gegend, mit und ohne Herrn Thomas F*. Aber: was macht eigentlich die kahle Sängerin?
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Veröffentlicht: 18.10.2007 um 21:42:17 von sascha
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